Vorteile für Arbeitgeber bei der Personalbeschaffung
Betriebliche Altersversorgung ist wichtig für die Arbeitgeberattraktivität
Welche Vorteile die bAV bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften hat, erklärt Georg Boos, Experte im Bereich Asset & Pensions und Geschäftsführer der CommerzTrust GmbH, in unserem Experten-Interview.
Unternehmen, die gute Mitarbeiter gewinnen und halten wollen, sollten verschiedene Maßnahmen ergreifen und ihre Arbeitgeberattraktivität steigern. Neben Gehalt, Weiterentwicklung sowie flexiblen Arbeitszeitmodellen kann auch die betriebliche Altersvorsorge eine wesentliche Rolle spielen. Angestellte, deren Arbeitgeber ihnen Sicherheit und Fürsorge bieten, sind dem Unternehmen in besonderer Weise verbunden und in ihrer Arbeit stärker engagiert. Georg Boos, über Zukunftschancen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) und die Bedeutung von Zeitwertkonto-Modellen.
Betriebliche Altersversorgung ist wichtig für die Arbeitgeberattraktivität
Welche Vorteile die bAV bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften hat, erklärt Georg Boos, Experte im Bereich Asset & Pensions und Geschäftsführer der CommerzTrust GmbH, in unserem Experten-Interview.
Unternehmen, die gute Mitarbeiter gewinnen und halten wollen, sollten verschiedene Maßnahmen ergreifen und ihre Arbeitgeberattraktivität steigern. Neben Gehalt, Weiterentwicklung sowie flexiblen Arbeitszeitmodellen kann auch die betriebliche Altersvorsorge eine wesentliche Rolle spielen. Angestellte, deren Arbeitgeber ihnen Sicherheit und Fürsorge bieten, sind dem Unternehmen in besonderer Weise verbunden und in ihrer Arbeit stärker engagiert.
Georg Boos, über Zukunftschancen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) und die Bedeutung von Zeitwertkonto-Modellen.
Ist die betriebliche Altersversorgung aus Ihrer Sicht eine geeignete Maßnahme gegen den Fachkräftemangel in Deutschland?
Georg Boos: Die betriebliche Altersversorgung ist neben der Arbeitsplatzsicherheit und den Karrieremöglichkeiten ein wichtiger Baustein zur Personalbeschaffung. Vor allem aber bietet sie die Möglichkeit, qualifizierte Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen zu binden: Mitarbeiter, denen eine gute Absicherung zu günstigen Konditionen geboten wird, identifizieren sich stärker mit ihrem Arbeitgeber, sind motivierter und zufriedener.
Sollten Unternehmen ihre Attraktivität durch die Vorteile von bAV und Zeitwertkonten stärker herausstellen?
GB: Die Personalabteilung sollte diese Angebote beim Recruiting explizit herausstellen. Sabbaticals oder Teilzeitarbeit spielen bei jüngeren Mitarbeitern oder solchen mit Familie eine immer größere Rolle. Die Chance zur flexiblen Planung von Arbeitszeiten macht ein Unternehmen für Bewerber attraktiver. Dagegen ist die Wichtigkeit einer bAV vielen Arbeitnehmern noch gar nicht bewusst; Unternehmen können neue Mitarbeiter für sich gewinnen, indem sie die Vorteile im Bewerbungsprozess explizit darlegen.
Was befürchten mittelständische Unternehmen bei einer bAV? Haben mittelständische Unternehmen Vorbehalte gegenüber einer bAV?
GB: Einige Unternehmer befürchten einen hohen Verwaltungsaufwand, außerdem verfügen sie nicht über die nötige Sicherheit bei der Ausgestaltung der Versorgung. Diese Sorge können wir ihnen nehmen: Die Spezialisten der Commerzbank unterstützen bei der Erarbeitung von Lösungen, abgestimmt auf die Zielrichtung des Unternehmens in Bezug auf Administration, Flexibilität und Bilanzwirkung.
Nun sind Unternehmen, die eine betriebliche Altersversorgung anbieten, durch das Zinsumfeld herausgefordert…
GB: Zunächst gibt es am Markt Modelle, bei denen die Veränderung des Zinsumfeldes praktisch nicht auf den Arbeitgeber zurückfallen kann. Wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer aber einen Zins versprochen hat – was ein zusätzliches Benefit darstellen kann - dann will er dieses Versprechen auch einhalten. Diese Leistung muss generiert werden, was in Zeiten stark schwankender Zinsen alles andere als einfach ist. Die Unternehmen müssen genau überlegen, wie viel sie in die Kapitalanlage geben und was sie als Innenfinanzierung nutzen, um mehr Rendite zu generieren. Über die letzten Jahre lagen die Ausfinanzierungsquoten über alle DAX-Unternehmen hinweg im Durchschnitt zwischen ca. 60 bis 70 %. Der plötzliche Zinsanstieg der letzten Jahre ließ die Ausfinanzierungsquoten aber steigen, zuletzt auf deutlich über 80 %. Ein Grund dafür ist auch, dass die Pensionsrückstellungen aufgrund der Zinsbewegung deutlich rückläufig sind. Es sind allerdings auch Nachdotierungen zu beobachten, da sich Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten keinen Liquiditätsengpässen ausgesetzt sehen wollen.
Wie stellen die Firmen sicher, dass sie die finanziellen Belastungen durch die bAV zum Zeitpunkt der Ausschüttung auch stemmen können?
GB: Zentrale Herausforderung ist hier den Liquiditätsbedarf im Zeitablauf zu bestimmen. Gerade in Versorgungswerken, die in den letzten 20 Jahren eingeführt wurden, dominieren Kapitalzahlungen oder Kapitalwahlrechte, was zu Auszahlungsspitzen führen kann. Unsere Experten unterstützen mit Projektionen bei der Bestimmung des Liquiditätsbedarfs. Diese Ergebnisse kann er auf der Asset-Seite entsprechend berücksichtigen.
Mit Sicherheit ein sinnvoller Ansatz! Können Sie noch weitere Stärken der Commerzbank bei der betrieblichen Altersversorgung nennen, wenn es um Mittelständler geht?
GB: Unsere Stärke ist, dass wir das gesamte Spektrum anbieten, von der Analyse bis zu den Ausfinanzierungsmöglichkeiten. Wir sind Anbieter einer Gruppentreuhand, in der Kundengelder entsprechend treuhänderisch verwahrt werden. Wir bieten das ganze Management und die Kapitalanlage an, über die gesamte Bandbreite. Dazu nutzen wir auch einzelne Kooperationspartnerschaften. In unserem Baukastenprinzip passen die Komponenten wunderbar zusammen, können aber auch als einzelne Komponenten genutzt werden.
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